Die rote Gefahr
Audiomica Laboratory fertigt im polnischen Gorlice (Görlitz), am Fluss Ropa und rund 140 Kilometer südöstlich von Krakau, hochwertige Audio-, A/V- und Netzkabel. Mit der hier vorgestellten Baureihe „Excellence“ möchten die Entwickler wesentliche Errungenschaften ihrer „Reference“-Linie als unmittelbare Ableitungen zu freundlichen Preisen anbieten. Das signalisiert neben dem verwandten Aufbau respektive Querschnitt schon die Beibehaltung der Farbe als äußerliches Kennzeichen. Im Heimatland genießen diese Kabel bereits einen Ruf wie Donnerhall. Hierzulande arbeitet CCR-Highend als Vertrieb an dieser audiophilen Mission.
Nach eigenen Angaben erreichen lediglich 20 Prozent der angefertigten Prototypen und Versuchsmuster nach umfangreichen Labor- und Hörversuchen die nächsten Schritte zur Marktreife. Dieser Ausleseprozess ist rigoros, nur das „Beste“ kommt weiter. Als Leitermaterial für „Excellence“ kommt OCC-Kupfer (Ohno Continuous Casting) sehr hoher Reinheit zum Einsatz. Audiomica spricht von N6, was einem Reinheitsgrad von 99,9999 % entspräche. Die Stecker und Bananas werden allesamt in einem zweistufigen Galvanisierungsprozess silberbeschichtet, um ein Maximum an Leitfähigkeit zu erreichen. Ausschließlich für die Verbindungskabel „Erys“ werden „DFSS“-Filterglieder eingesetzt. Diese sollen Einstreuungen und Interferenzen minimieren.
Der musikalisch-warme, flüssig-elegante Auftritt dieser Kabel-Serie überzeugt derart, dass man von einer gelungenen Premiere sprechen muss!
Mit Audiomica meldet sich Polen als Herkunftsland exzellenter Kabel zu Wort. Mit roten Strippen, die verpflichtenderweise genau so heißen: „Excellence“.
Das Celes Excellence Lautsprecherkabel haben wir in einer Konfektionierung von 2×3 Metern Länge mit beidseitig versilberten Hohlbananas erhalten. Die Laborwerte bewegen sich mit 800/810 Picofarad Kapazität und 810/821 Mikrohenry Induktivität im mittleren Bereich. Die N6-OCC-Kupferleiter setzen sich aus insgesamt acht Einzeladern mit jeweils 80 Mikrolitzen zusammen und sind kupfergeschirmt. Audiomica empfiehlt dieses schwere Kabel für Standlautsprecher, es ist auch als Bi-Wire/Bi-Amp-Version und mit Kabelschuhen lieferbar. Tonal liegt es recht ganz universell auf der ganzheitlichen, leicht warmen und harmonisch-stimmigen Seite und gefällt uns sehr, sehr gut. Nicht nur, aber auch bei der Stimmwiedergabe. Heaven’s Gate.
Das Erys Excellence Cinchkabel erreichte uns in etwa 1,50 Meter Länge mit jeweils einem DFSS-Filterelement (Double Filtering Signal System) von „Lukas Filters“ im letzten Kabeldrittel. Hierbei soll es sich um zwei hochfrequenzsperrende Ferrite handeln. Zudem ist das Kabel fünffach (!) geschirmt, zweifach mit Aluminiumfolie und dreifach mit Kupfergeflecht. Dennoch ist es recht flexibel. Als Dielektrikum dient Teflon. Die Kabelkapazität beträgt hier 78,2/78,4 Picofarad, was ein niedriger Wert ist und das Erys auch als Phono-Kabel für MM-Systeme sehr geeignet erscheinen lässt. Die Induktivität liegt bei 922 respektive 914 Mikrohenry. Auch dieses Kabel bietet ein sehr angenehmes, leicht warmes Timbre mit federndem Bass und ausgeprägter Rhythmik. Heaven’s Gate.
Das Erys Excellence XLR-Kabel bekamen wir in identischer Länge von 1,50 Metern und mit DFSS-Filterelementen geliefert. Hier liegt die Kapazität offenbar aufbaubedingt mit 956/942 Picofarad recht hoch – zumindest erscheint es uns damit für Phonoanwendungen ungeeignet – und die Induktivität mit 652/634 Mikrohenry im mittleren Bereich. Die Induktivität gilt bei Verbindungskabeln für Komponenten ohnehin als unkritisch. Auch hier ist der ein klein wenig vom Neutralen abweichende, aber sehr häufig einfach einrastende und richtige, leicht warme, aber keinesfalls schönfärbende oder gar weiche Charakter unverkennbar. Ungeachtet der kapazitätsbedingten Einschränkungen stufen wir auch dieses Kabel, da es mit Hochpegelquellen gleichwohl fantastisch klingt, in „Heaven’s Gate“ ein.
Das Ness Excellence Netzkabel erreichte uns in einer Länge von zwei Metern. Auch hier, sprich: beim Stromkabel, wurde – im Gegensatz zu vielen Konkurrenten – das sehr teure OCC-Kupfer in N6-Qualität eingesetzt, und der Kabelmantel besteht aus dem ebenfalls nicht ganz billigen Teflon. Audiomica zieht es vor, seine Kabel – auch dieses – per Kupfergeflecht sorgfältig gegen Einstreuungen abzuschirmen. Derselbe Versilberungsprozess wie bei der „Reference“-Reihe soll zu deutlich dickeren Silberschichten führen als gewöhnlich. Resultat der Konstruktion ist ein sehr entspanntes, in keiner Weise nervös oder spitz wirkendes Klangbild. Als Netzkabel unbewertet lieferte das Ness dennoch einen satten, warmen „Fingerabdruck“.
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